Österreich bei der WM 2026: Das sind Rangnicks fünf Schlüsselspieler
Das ÖFB-Team hat sich unter Ralf Rangnick in den vergangenen Jahren eindrucksvoll weiterentwickelt und zählt mittlerweile zu den spannendsten Mannschaften Europas. Erstmals seit 28 Jahren ist Österreich wieder bei einer Weltmeisterschaft dabei, nachdem man die Qualifikationsgruppe souverän vor Bosnien, Rumänien, Zypern und San Marino gewonnen hat. Bereits bei der EURO 2024 sorgte Österreich für internationales Aufsehen, als man die "Todes-Gruppe" mit Frankreich, den Niederlanden und Polen sensationell für sich entschied und erst im Achtelfinale denkbar unglücklich an der Türkei scheiterte.
Nun will die Alpenrepublik auf der größten Fußball-Bühne der Welt zeigen, dass diese Entwicklung kein Zufall war. In Gruppe J wartet mit Weltmeister Argentinien ein echter Prüfstein, dazu kommen Algerien und Außenseiter Jordanien. Das historisch beste WM-Ergebnis – Platz drei im Jahr 1954 – liegt lange zurück. Bei den letzten Teilnahmen 1998 und 1990 war jeweils nach der Vorrunde Schluss. 2026 soll es deutlich weiter gehen.
bwin wirft einen detaillierten Blick auf das Team und zeigt, welche fünf Spieler für Österreich bei der WM den Unterschied machen können.

David Alaba: Der Fixpunkt und Taktgeber

Er ist und bleibt das Gesicht des österreichischen Fußballs: David Alaba. Gemessen an Titeln, Erfolgen und internationaler Anerkennung ist er der erfolgreichste Spieler, den Österreich je hervorgebracht hat.
Zehn Meistertitel in Deutschland mit dem FC Bayern, zwei Meisterschaften in LaLiga mit Real Madrid, dazu insgesamt vier Champions-League-Triumphe (je zwei mit Bayern und Real) sowie zehn Auszeichnungen als Österreichs Fußballer des Jahres – diese Zahlen sind einzigartig im rot-weiß-roten Fußball.
Alaba ist Kapitän, Leader und zentrale Figur der Mannschaft. Trotz mehrerer verletzungsbedingter Ausfälle in den letzten Jahren – darunter auch das Verpassen der EM 2024 – hat sich seine Rolle im Team nicht verändert. Er fungiert als Sprachrohr und verlängerter Arm von Teamchef Ralf Rangnick.
Nach 112 Länderspielen und 15 Toren hat sich Alaba mittlerweile endgültig in der Innenverteidigung etabliert, nachdem er früher auch im Mittelfeld und als Außenverteidiger zum Einsatz kam. Dort ist er gesetzt und gibt der Defensive Stabilität sowie Qualität im Spielaufbau.
Ein möglicher Unsicherheitsfaktor ist seine Situation im Verein: Bei Real Madrid hat Alaba seinen Stammplatz verloren. Ein Abschied im Sommer gilt als wahrscheinlich. In der laufenden Saison kam er lediglich 13 Mal zum Einsatz und absolvierte nur zwei Partien über die volle Distanz. Die fehlende Spielpraxis könnte sich bei einem intensiven Turnier wie der WM bemerkbar machen.
Marko Arnautovic: Rekordmann vor dem Abschied

Offensiv führt kein Weg an Marko Arnautovic vorbei. Der 37-jährige Wiener ist Rekordspieler, Rekordtorschütze, Publikumsliebling und Identifikationsfigur zugleich.
Mit 132 Länderspielen hat er die meisten Einsätze im österreichischen Nationalteam vorzuweisen. Im Oktober 2025 machte er sich im heimischen Ernst-Happel-Stadion endgültig unsterblich, als er mit einem Viererpack gegen San Marino den legendären Toni Polster als Rekordtorschützen ablöste. Insgesamt war er mit acht Treffern zweitbester Scorer der gesamten Europa-Qualifikation – nur Erling Haaland (16) war noch erfolgreicher. Arnautovic hält nun bei 47 Länderspiel-Toren.
Trotz seines fortgeschrittenen Fußballer-Alters ist der Wiener weiterhin ein entscheidender Faktor. Zwar kommt er mittlerweile häufiger als Joker zum Einsatz, doch seine Qualität, Erfahrung und Persönlichkeit machen ihn für das Team unverzichtbar.
Seine Vereinskarriere ist ebenso schillernd: Twente Enschede, Inter Mailand, Werder Bremen, Stoke City, West Ham United, Shanghai Port, Bologna, erneut Inter und schließlich Roter Stern Belgrad. Beim serbischen Topklub ist er, wenn fit, gesetzt und überzeugt mit starken Zahlen: acht Tore und neun Assists in 28 Spielen in der serbischen Super Liga und der Europa League.
Die WM 2026 ist für Arnautovic die Erfüllung eines langjährigen Traums und gleichzeitig sein Abschied aus dem Nationalteam. Die letzte große Bühne für einen der prägendsten Spieler der österreichischen Fußballgeschichte.
Konrad Laimer: Der Schlüsselspieler der Gegenwart

Während Alaba und Arnautovic die klingendsten Namen sind, ist Konrad Laimer aktuell vielleicht der größte Shootingstar im ÖFB-Team. Der 28-jährige Dauerläufer hat sich beim FC Bayern München zu einem der besten Rechtsverteidiger Europas entwickelt und spielt eine herausragende Saison. Unter Trainer Vincent Kompany ist er gesetzt, übernimmt eine Schlüsselrolle und überzeugt sowohl defensiv als auch offensiv.
In 38 Pflichtspielen (Champions League, Bundesliga, DFB-Pokal) steuerte Laimer drei Tore und zehn Assists bei. Seine enorme Laufstärke, Aggressivität im Pressing und taktische Flexibilität machen ihn zu einem idealen Spieler für Rangnicks System.
Besonders wertvoll: Laimer kann mehrere Positionen spielen. Neben seiner Rolle als Rechtsverteidiger kann er auch im zentralen Mittelfeld alle Positionen im bevorzugten 4-4-2-System übernehmen.
Seine Karriere begann in der Red Bull Akademie, wie jene von sovielen aktuellen ÖFB-Stars, und führte über Salzburg und Leipzig schließlich zum FC Bayern, wo er in dieser Saison um das Triple kämpft. 2025 wurde er erstmals zu Österreichs Fußballer des Jahres gewählt.
Mit 56 Länderspielen und sieben Toren ist er längst eine feste Größe im Nationalteam und wird nach dieser Breakout-Saison mit viel Selbstvertrauen zur WM reisen.
Marcel Sabitzer: Erfahrung, Qualität und Verantwortung

Marcel Sabitzer ist einer der erfahrensten und wichtigsten Spieler im österreichischen Mittelfeld. Der 32-jährige Oberösterreicher aus Wels kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken.
Nach Stationen in Österreich bei Admira Wacker, Rapid Wien, RB Salzburg ging es über RB Leipzig, Bayern München und Manchester United (Leihe) schließlich zu Borussia Dortmund. Beim BVB erreichte er 2024 den Höhepunkt seiner Vereinskarriere, als er eine Schlüsselrolle auf dem Weg ins Champions-League-Finale spielte und ins Team der Saison der Königsklasse gewählt wurde.
Nach einer starken EM 2024 – inklusive entscheidendem Tor beim heroischen 3:2-Sieg gegen die Niederlande – verlief seine jüngste Saison etwas durchwachsen. Unter Trainer Niko Kovac ist er nicht mehr unumstritten, bringt es aber dennoch auf 31 Einsätze (1 Tor, 4 Assists).
Im Nationalteam ist "Sabis" Rolle jedoch unangefochten. Mit 97 Länderspielen und 25 Toren gehört er zu den Leistungsträgern. Sabitzer übernimmt Verantwortung (auch vom Elfmeterpunkt), geht voran und ist besonders in wichtigen Spielen präsent.
In der WM-Qualifikation traf er unter anderem bei den richtungsweisenden 2:1-Siegen gegen Rumänien und in Bosnien. Auch in den jüngsten Testspielen zeigte er seine Klasse mit Toren und Vorlagen gegen Ghana und Südkorea.
Christoph Baumgartner: Leipzigs Topscorer als ÖFB-Hoffnung

Christoph Baumgartner ist einer der formstärksten und gleichzeitig spannendsten Spieler im österreichischen Kader. Der 26-Jährige entwickelte sich bereits bei Hoffenheim zum Bundesliga-Stammspieler, ehe er 2023 zu RB Leipzig wechselte. Dort brauchte er zunächst Anlaufzeit, doch spätestens in dieser Saison gelang ihm der endgültige Durchbruch.
Nach den Abgängen von Xavi Simons und Lois Openda ist Baumgartner Leipzigs Topscorer: 12 Tore und 8 Assists in 29 Bundesliga-Spielen sprechen eine klare Sprache. Nur die absoluten Bundesliga-Topstars Harry Kane, Michael Olise, Luis Diaz und Deniz Undav weisen bessere Zahlen auf.
Auch im DFB-Pokal zeigte er seine Effizienz mit vier Toren in vier Spielen. Im Nationalteam kommt er auf 59 Einsätze und 19 Treffer – eine starke Quote von 0,33 Toren pro Spiel. Nur Arnautovic ist besser. Damit ist er aktuell der viertbeste Torschütze unter allen aktiven ÖFB-Spielern und liegt in der ewigen Rangliste auf Platz 16. Bei der EM 2024 traf er gegen Polen.
Baumgartner ist im idealen Fußballer-Alter und hat bei der WM die große Chance, sich auch international endgültig ins Rampenlicht zu spielen.
Weitere Schlüsselspieler: Qualität in der Breite

Neben den fünf großen Namen verfügt Österreich über einen Kader mit enormer Tiefe und weiteren Akteuren, die an guten Tagen den Unterschied ausmachen können.
Nicolas Seiwald
Der Leipziger ist ein oft unterschätzter Schlüsselspieler. Als Prototyp des Red-Bull-Fußballs verkörpert er das intensive Pressing und die hohe Laufbereitschaft perfekt. Kein Spieler hat unter Rangnick mehr Minuten im Nationalteam absolviert – nicht einmal Alaba, Arnautovic oder Laimer. Als Abräumer im Mittelfeld ist er unverzichtbar.
Michael Gregoritsch
Der Matchwinner der Qualifikation: Beim entscheidenden 2:1 gegen Bosnien erzielte er das Goldtor und schoss Österreich erstmals seit 28 Jahren zur WM. Gregoritsch ist kein Superstar, aber ein Spieler für die wichtigen Momente – ein potenzieller X-Faktor und ein extrem verlässlicher Mann.
Kevin Danso
Der Innenverteidiger von Tottenham bringt Härte, Größe und Zweikampfstärke mit. Gerade gegen Topteams wie Argentinien könnte er extrem wichtig werden. Trotz starker Konkurrenz in der Defensive ist er ein wertvoller Bestandteil des Kaders.
Paul Wanner & Carney Chukwuemeka
Zwei spannende "Neuzugänge": Wanner (PSV Eindhoven, deutsch-österreichisch) und Chukwuemeka (BVB, englisch-österreichisch) wurden kurz vor der WM erstmals einberufen. Beide haben erst zwei Länderspiele in den Beinen, könnten aber gerade deshalb mit ihrer Unbekümmertheit und Klasse zum Überraschungsfaktor werden.
Ralf Rangnick: Der Architekt des Erfolgs

Die vielleicht wichtigste Personalie sitzt auf der Trainerbank: Ralf Rangnick. Der deutsche Teamchef hat den österreichischen Fußball nachhaltig verändert. Mit seinem klaren Konzept, intensivem Pressing und strukturiertem Spiel hat er das Team auf ein neues Level gehoben.
Zwar gab es auch unter Vorgängern wie Marcel Koller und Franco Foda beachtliche Erfolge, doch Rangnick hat Österreich spielerisch und taktisch weiterentwickelt. Die EM 2024 war der beste Beweis dafür.
Die Entwicklung stimmt, die Chemie im Team passt und Rangnicks Vertrag läuft nach der WM aus. Das Turnier könnte die Krönung seiner Amtszeit werden.
Fazit: Österreich ist bereit für den nächsten Schritt
Österreich reist mit einer klaren Spielidee, einem starken Kollektiv und einer soliden Mischung aus Erfahrung und Jugend zur WM 2026. Die Gruppe mit Argentinien, Algerien und Jordanien ist herausfordernd, aber mit der aktuellen Form und Qualität absolut machbar. Entscheidend wird sein, wie konstant die Schlüsselspieler Alaba und Arnautovic performen und ob Akteure wie Baumgartner, Laimer oder Sabitzer ihr Niveau auch auf der ganz großen Bühne bestätigen können. Eines ist klar: Österreich hat das Potenzial, bei diesem Turnier für Aufsehen zu sorgen.
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