Kevin Großkreutz verrät seine BVB-Traumelf: Von Weidenfeller bis Riedle
Kevin Großkreutz ist zweifacher deutscher Meister und gewann mit dem BVB in der Saison 2011/12 das Double. Großkreutz blickt auf 236 Spiele im schwarz-gelben Trikot zurück, in denen ihm 27 Tore und 37 Vorlagen gelangen. Der Rechtsverteidiger ist außerdem bis heute in Dortmund Identifikationsfigur und Fanliebling. Für das deutsche Nationalteam lief er sechsmal auf. Beim WM-Titel 2014 stand er im Kader, kam im Turnier allerdings nicht zum Einsatz.
bwin war zu Gast beim Champions-League-Kracher zwischen Borussia Dortmund und Inter Mailand und hatte als Champion Partner des BVB die Möglichkeit, mit dem 37-Jährigen zu sprechen. Großkreutz verriet uns - neben seinen Favoriten auf den Titel in der UEFA Champions League, seinen "Hot Takes" für die aktuelle Bundesliga-Saison, seinen Predictions für die Top-5-Ligen Europas und seinen fünf Favoriten auf den Weltmeister-Titel 2026, auch seine All-Time-Top-Elf des BVB. Außerdem blickt Großkreutz auf die fünf schönsten Momente im Dortmund-Trikot zurück – als Spieler sowie als Fan.

Das ist die All-Time-Traumelf des BVB - by Kevin Großkreutz
Tormann: Roman Weidenfeller

Im Tor steht für Großkreutz ohne Zweifel sein ehemaliger Kollege Roman Weidenfeller. Der heute 45-Jährige absolvierte zwischen 2002 und 2018 beeindruckende 453 Spiele für den BVB und hielt 148 Mal seinen Kasten sauber. Weidenfeller feierte zwei deutsche Meistertitel, gewann zweimal den DFB-Pokal und war wie Großkreutz 2014 Teil des WM-Kaders. Eine echte Vereinslegende und Identifikationsfigur! Heutzutage ist er dem Verein als Klubrepräsentant weiterhin eng verbunden.
Die Viererkette: Dede - César - Hummels - Piszczek

In der Defensive vertraut Großkreutz ebenso auf ehemalige Weggefährten: Mats Hummels und Lukas Piszczek waren Teil der Meistermannschaft von 2011 und 2012. Hummels wechselte 2016 zum FC Bayern, kehrte 2019 nach Dortmund zurück und beendete seine Karriere schließlich in der Serie A beim AS Rom. Piszczek blieb dem BVB bis 2021 treu, bevor es ihn noch einmal in seine polnische Heimat zog.
Der Brasilianer Júlio César, der in den 90er-Jahren zwei Meistertitel und den bis heute einzigen Champions-League-Sieg mit dem BVB holte und 116-mal für Schwarz-Gelb auflief, komplettiert die Innenverteidigung. Und dann wäre da noch Dede – mit 398 Einsätzen der Rekordhalter unter den Legionären, zweifacher Meister und unumstrittene Vereinslegende.
Zentrales Mittelfeld: Ricken - Zorc

Für das zentrale Mittelfeld in Großkreutz’ 4-2-3-1-System wählt er Michael Zorc und Lars Ricken - die Grundausrichtung ist offensiv!
Zorc absolvierte 572 Spiele für den BVB und ist damit bis heute Rekordspieler. Nach zwei Meistertiteln, einem Champions-League-Sieg und seinem Karriereende 1998 blieb er dem Klub treu und war fast 25 Jahre als Sportlicher Leiter aktiv. Heute ist er Aufsichtsratsmitglied – mehr Vereinstreue geht nicht.
Lars Ricken, mit 407 Spielen ebenfalls eine Vereinsikone, sorgte vor allem mit seinem legendären Lupfer im Champions-League-Finale 1997 gegen Juventus Turin, mit dem er den 3:1-Sieg perfekt machte, für unvergessliche Momente. Auch abseits des Spielfelds blieb Ricken dem Verein erhalten und wirkt als Geschäftsführer Sport daran mit, die Zukunft des BVB mitzugestalten.
Offensives Mittelfeld: Reus - Emmerich - Preißler

In der offensiven Dreierreihe entscheidet sich Großkreutz für Marco Reus, Lothar Emmerich und Adi Preißler.
Reus ist unter allen aktiven Spielern derjenige mit den meisten Einsätzen für den BVB: 429 Mal lief er in Schwarz-Gelb auf und sammelte 301 Scorerpunkte. Einen Meistertitel konnte er zwar nie feiern, doch zwei Auszeichnungen als Deutschlands Fußballer des Jahres unterstreichen seine Klasse. Im Sommer 2024 folgte der emotionale Abschied Richtung Major League Soccer zu LA Galaxy, wo er seine Karriere ausklingen lässt.
Lothar Emmerich prägte die 70er-Jahre beim BVB, absolvierte 249 Spiele, erzielte 148 Tore und 46 Vorlagen, wurde zweimal Bundesliga-Torschützenkönig und gewann mit Dortmund die Meisterschaft 1963, den Pokalsieg 1965 sowie den Europapokal der Pokalsieger 1966. Emmerich verstarb 2003 im Alter von 61 Jahren.
Noch früher schrieb Adi Preißler Vereinsgeschichte: In den 60er-Jahren erzielte der gebürtige Duisburger in 278 Spielen 183 Tore, gewann zwei Meistertitel und hält bis heute den Vereinsrekord für die meisten Tore – dicht gefolgt von Reus. Preißler verstarb 2003 im Alter von 82 Jahren.
Sturm: Riedle

Nicht Erling Haaland, nicht Robert Lewandowski und auch nicht Pierre-Emerick Aubameyang schafften es in Großkreutz’ Traumelf. Im Sturm fiel seine Wahl auf Karl-Heinz Riedle.
Der Angreifer verbrachte vier Jahre beim BVB, verbuchte 62 Scorerpunkte in 112 Spielen, gewann zwei Meistertitel und die Champions League 1997, inklusive seines legendären Doppelpacks im Finale.
Riedle blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück: 1990 wurde er mit Deutschland Weltmeister, zwei Jahre später krönte er sich bei der Europameisterschaft zum Torschützenkönig. Er lief unter anderem für Werder Bremen, Lazio Rom sowie in der Premier League für Liverpool und in der Championship für Fulham auf. Heute ist er als Klubrepräsentant weiterhin für den BVB tätig.
Die Legenden-Elf im Überblick
Tor
Roman Weidenfeller
Abwehr
Dede – Mats Hummels – Júlio César – Lukas Piszczek
Zentrales Mittelfeld
Lars Ricken – Michael Zorc
Offensives Mittelfeld
Marco Reus – Lothar Emmerich – Adi Preißler
Sturm
Karl-Heinz Riedle
Kevin Großkreutz: Meine schönsten Momente im BVB-Trikot
Kevin Großkreutz ist einer dieser vielzitierten Typen im Profifußball. Geboren in der Stadt, aufgewachsen mit der Borussia und später selbst Teil einer der erfolgreichsten BVB-Generationen – seine Karriere bei Borussia Dortmund ist eng mit einigen der größten Momente der jüngeren Vereinsgeschichte verbunden. Vom Double unter Jürgen Klopp über den Einzug ins Champions-League-Finale bis hin zu emotionalen Derbys: Großkreutz war mittendrin statt nur dabei. Im Gespräch mit bwin blickt er auf seine schönsten Erinnerungen zurück.

1. BVB - 1. FC Nürnberg (30.04.2011)
Der 30. April 2011 bleibt für jeden BVB-Fan unvergessen. Mit einem 2:0-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg krönte sich Borussia Dortmund zum siebten Mal zum deutschen Meister – der erste Titel seit neun Jahren und vermutlich der emotionalste nach der Fast-Insolvenz in den Jahren zuvor.
Dass der Titel bereits am 32. Spieltag feststand, verdankte man auch dem Parallelspiel, in dem Bayer Leverkusen beim 1. FC Köln verlor. Großkreutz erinnert sich noch genau daran, als Stadionsprecher Norbert Dickel das Ergebnis aus Köln über die Lautsprecher bekannt gab: "Diesen Moment, als das Stadion explodiert ist, wird man nie vergessen." In diesem Spiel stand Großkreutz über 89 Minuten auf dem Feld und machte kurz vor Schluss für Dede Platz.
2. Olympique Marseille - BVB (11.12.2013)
Champions-League-Saison 2013/14, Gruppenphase, letzter Spieltag. Im Spiel zwischen Olympique Marseille und Borussia Dortmund steht es kurz vor Schluss 1:1. Aufgrund des Ergebnis im Parallelspiel zwischen Arsenal und Napoli würde ein Remis das Champions-League-Aus für den BVB bedeuten.
Doch dann kommt die 87. Minute. Julian Schieber legt ab auf Kevin Großkreutz, dieser rutscht aus und trifft im Fallen von der Strafraumgrenze ins kurze Eck zum 2:1-Siegtreffer. Dortmund steht im Achtelfinale. Von seinen 27 Treffern im BVB-Dress war dieser definitiv der Wichtigste.
BVB - Málaga (09.04.2013)

Zu diesem Spiel reicht eigentlich der BVB-Netradio-Kommentar von Norbert Dickel und alles ist gesagt. Wir rollen die Chronologie trotzdem noch einmal auf.
Borussia Dortmund geht nach einem 0:0 im Hinspiel in Málaga mit einer guten Ausgangsposition in das Rückspiel des Champions-League-Viertelfinale der Saison 2012/13. Doch spätestens das 1:2 von Eliseu in der 82. Minute lässt die Hoffnungen der Fans auf einen Halbfinal-Einzug schwinden.
Als viele von ihnen bereits das Stadion verlassen haben, gelingt Marco Reus in der ersten Minute der Nachspielzeit der Treffer zum 2:2. Aufgrund der damals noch existierenden Auswärtstorregel wäre man immer noch ausgeschieden, doch dann geschieht das Unmögliche: Felipe Santana staubt in der 93. Minute zum 3:2-Sieg ab und vollendet eines der denkwürdigsten Comebacks der modernen Champions-League-Geschichte.
Großkreutz saß zwar 90 Minuten auf der Bank, verbindet dennoch bis heute eine ganz spezielle Erinnerung mit dem "Wunder von Dortmund". Das vergisst keiner, sagt uns der 37-Jährige. Nicht in seine Top-5 schafft es hingegen das Champions-League-Finale gegen den FC Bayern in derselben Spielzeit, das man auf nicht weniger dramatische Art und Weise mit 1:2 verlor. "Das schmerzt noch zu sehr", meint Großkreutz.
4. BVB - Schalke 04 (12.05.2007)
Es passt zu Kevin Großkreutz, dass er sich als vierten Moment ein Spiel ausgewählt hat, in dem man dem Erzrivalen Schalke 04 so richtig dazwischen funken konnte.
Im Revierderby am 33. und vorletzten Spieltag der Saison 2006/07 ging es für Borussia Dortmund eigentlich um gar nichts mehr. In einer sportlich enttäuschenden Saison konnte man in den Wochen zuvor gerade noch so den Klassenerhalt fixieren. Der Rivale aus Gelsenkirchen hingegen spielte um die Meisterschaft.
Am 33. Spieltag hätte Schalke 04 ausgerechnet im SIGNAL IDUNA PARK die Meisterschaft fixieren können, doch daraus wurde nichts. Dortmund gewann das Spiel durch Tore von Alex Frei und Ebi Smolarek mit 2:0 und spuckte den "Königsblauen" so richtig in die Suppe. Der VfB Stuttgart profitierte von dem Ausrutscher und sicherte sich eine Woche später die deutsche Meisterschaft. Schalke wurde nur Zweiter.
Großkreutz verfolgte das Spiel damals als Fan von den Zuschauerrängen. Die Erinnerung kostet ihm heute noch ein Schmunzeln.
5. BVB - Juventus Turin (28.05.1997)
Der fünfte und vielleicht emotionalste Moment liegt in Großkreutz’ Kindheit: Er war neun Jahre alt, als Borussia Dortmund im Champions-League-Finale 1997 gegen Juventus Turin spielte. Im Münchner Olympiastadion führte Dortmund zur Halbzeit durch einen Doppelpack von Karl-Heinz Riedle mit 2:0, die mit Stars wie Zidane, Deschamps und Vieri gespickte Truppe von Juventus kämpfte sich durch ein Tor von Alessandro del Piero zurück, doch Lars Ricken besiegelte in der 71. Minute mit seinem legendären Lupfer den 3:1-Endstand.
"Mit so einem großen Titel hat ja keiner gerechnet. Juventus war haushoher Favorit – ein sehr schönes Erlebnis", erinnert sich Großkreutz noch heute. Dieser erste große Triumph als Fan prägte seine Leidenschaft für den BVB und ist untrennbar mit seiner eigenen Karriere verbunden.
Kevin Großkreutz: Ein Borusse durch und durch

Kevin Großkreutz’ Auswahl zeigt wie eng seine eigene Geschichte mit der von Borussia Dortmund verknüpft ist. In seiner All-Time-Traumelf finden sich Legenden aus verschiedenen Generationen – von Vereinsikonen wie Adi Preißler und Lothar Emmerich über Champions-League-Helden wie Lars Ricken und Karl-Heinz Riedle bis hin zu prägenden Figuren der jüngeren Vergangenheit wie Marco Reus, Mats Hummels oder Roman Weidenfeller. Sie alle stehen für unterschiedliche Epochen, aber für dieselbe schwarz-gelbe Identität.
Auch bei seinen schönsten Momenten wird deutlich, wie emotional die Verbindung zwischen Großkreutz und dem BVB ist. Vom Champions-League-Sieg 1997, den er noch als Kind auf der Tribüne verfolgte, über das legendäre Derby gegen Schalke bis hin zu den großen europäischen Nächten und dem Meistertitel 2011 als Spieler – Großkreutz hat den Verein aus nahezu jeder Perspektive erlebt: als Fan, als Profi und als Teil einer der erfolgreichsten BVB-Generationen der jüngeren Vereinsgeschichte.
Gerade diese Mischung macht seine Auswahl so besonders. Sie verbindet große historische Momente des Vereins mit persönlichen Erinnerungen und zeigt, wie tief Borussia Dortmund in Großkreutz’ Leben verwurzelt ist. Oder, um es in seinen eigenen Worten zu sagen: Manche dieser Momente vergisst man einfach nie.








