Ein Matchday beim BVB: Wenn Dortmund schwarzgelb pulsiert
Dortmund ist eine Stadt, die ihren Charakter nicht versteckt. Viel Backstein, viel Industriegeschichte, viel Ruhrpott-Ehrlichkeit. An einem grauen Vormittag kann sie rau wirken, fast spröde. Doch an Spieltagen von Borussia Dortmund kippt die Atmosphäre komplett. Dann wird aus Alltag Ausnahmezustand und aus einer Arbeiterstadt eine schwarzgelbe Partyzone.
Als Champion Partner des BVB durften wir für bwin beim Champions-League-Heimspiel gegen Inter Mailand vor Ort sein. Und wer an so einem Tag nach Dortmund kommt, merkt schnell, dass hier nicht einfach Fußball gespielt wird. Hier wird Identität zelebriert.

BVB-Feeling schon am Hauptbahnhof

Den ersten Berührungspunkt mit dem Verein hat man als Fan bereits, wenn man die 600.000-Einwohner-Stadt Dortmund über den Hauptbahnhof erreicht. Geht man ein paar Schritte aus der Eingangshalle hinaus, wehen einem sofort zwei riesige BVB-Fahnen entgegen. "Willkommen in der Fußballhauptstadt" steht an der Wand dahinter geschrieben. Direkt daneben befindet sich einer von insgesamt vier BVB-Fanshops in der Stadt. "Diesen Standort gibt es seit 2019. Es ist der neueste von den vier Fanshops und er wird sehr gut angenommen", verrät uns eine Mitarbeiterin.
Sofort ins Auge sticht einem auch das Deutsche Fußballmuseum, das ebenfalls nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt liegt. Mit jährlich über 200.000 Besucher:innen ist das 2015 eröffnete Prestige-Projekt des DFB ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt. In Summe entstehen durch den Betrieb des Fußballmuseums jährlich direkte und indirekte Umsätze in Höhe von 15,6 Mio. Euro für die regionale Wirtschaft. Durch den fortlaufenden Betrieb sind im und außerhalb des Fußballmuseums ca. 340 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen worden.
Wer noch nicht genug Fußball-Feeling am Hauptbahnhof eingeatmet hat, braucht nur einmal die Treppen Richtung Innenstadt hinaufzugehen. Dort befindet sich "Borussen Döner", ein Imbissladen in schwarzgelb getaucht. Selbst die Mülleimer erstrahlen in den Vereinsfarben. "Mach ihn rein" ist dort zu lesen.
Schwarzgelb als Stadtcode: Wenn Dortmund sich warm läuft

Je weiter man in die Innenstadt geht, desto ersichtlicher wird, wie sehr dieser Verein in Dortmund verwurzelt ist. Schwarz und Gelb sind mehr als Marketingfarben, sie sind Stadtcode. In Schaufenstern, an Häuserwänden, auf Bannern - überall taucht das BVB-Emblem auf. Selbst Geschäfte, die auf den ersten Blick nichts mit Fußball zu tun haben, greifen den Spieltag auf. An zwei zentralen Standorten (Thier und Krone) finden sich zwei weitere Fanshops des achtfachen deutschen Meisters.
Was es hier alles in Schwarzgelb gibt, sprengt jede Vorstellungskraft. Vom klassischen Trikot bis zum Gartenzwerg, vom hauseigenen Gin bis zum Puzzle, von Strampelanzügen bis zu Dartspfeilen. Der BVB ist nicht nur ein Verein, er ist ein Lebensgefühl. Auf den Straßen gibt es - auch fernab des SIGNAL IDUNA PARK - Spieltagschals zu erwerben. Die Fans ziehen sich diese schon Stunden vor Anpfiff über und präsentieren ihre Trikots in der Innenstadt, als würde man sich damit auf Betriebstemperatur bringen. Es ist diese Mischung aus Ritual und Vorfreude, die die Stadt an diesem kalten Januar-Tag langsam hochfahren lässt.
Fußball als Motor der Stadt

Der Fußballverein ist ohne Zweifel der größte Imageträger der Region. Das merkt man an jeder Ecke. Und auch als Wirtschaftsfaktor nimmt Fußball eine entscheidende Rolle ein - in einer Stadt, die noch immer mit den langfristigen Folgen des Strukturwandels von der Kohle- und Stahlindustrie hin zu Dienstleistungen und Technologie kämpft. Mit einer vergleichsweise hohen Arbeitslosenquote (ca. 12 %, Bundesdurchschnitt: 6,6 %), einer niedrigen Kaufkraft und einer hohen sozialen Ungleichheit wird Dortmund oft als eine wirtschaftlich schwache Großstadt bezeichnet. Speziell im Vergleich zu den NRW-Nachbarn Köln und Düsseldorf.
Doch der Fußball sorgt seit Jahren für Aufschwung. Im Jahr 2024 stellte Dortmund - dank der Fußball-EM - einen neuen Rekord an Übernachtungen (1,5 Millionen) in einem Jahr auf. Und auch wir stellen fest: Wer an einem Champions-League-Spieltag hier residieren möchte, muss entweder sehr früh dran sein oder tief in die Tasche greifen. Hotels in günstiger Lage, aber auch in umliegenden Randgegenden, sind vor dem Kracher gegen Inter Mailand entweder komplett ausgebucht oder deutlich teurer als sonst. Eine Expedia-Studie 2024 rechnete heraus, dass Champions-League-Spiele das Interesse seitens der Reisenden an der Stadt Dortmund im Schnitt um 145 Prozent steigen lassen. Mit BVB vs. PSG, BVB vs. Eindhoven und BVB vs. AC Mailand befanden sich in der Saison 2024/25 gleich drei CL-Heimspiele der Dortmunder in den Top 10 der Partien, die das größte Reiseinteresse hervorriefen.
Doch auch abgesehen von der Hotellerie ist der Impact, den der Verein auf die Stadt hat, kaum zu beziffern. Mit einem Konzernumsatz von 526,0 Millionen Euro darf man sich zu den größten Fußballclubs des Planeten zählen. Der BVB schafft Arbeitsplätze, sorgt an Spieltagen für höhere Umsätze in Restaurants, Pubs, bei Tourismusattraktionen und Geschäften und nimmt auch seine soziale Verantwortung sehr ernst. Über vier Millionen Euro hat man seit 2012 in die BVB-Stiftung "leuchte auf" investiert. 400 Projekte konnten dabei bereits unterstützt werden - von Integration bis Inklusion. Von Sozial- bis Schulprojekten.
Borsigplatz/Nordstadt: Geburtsstätte des Mythos BVB

Wer den Ursprung des Mythos spüren will, fährt zum Borsigplatz. Hier wurde der Verein am 19.12.1909 in der Gaststätte "Zum Wildschütz" gegründet. Und das spürt man auch 125 Jahre später noch. Die ohnehin schon sehr präsenten BVB-Graffitis in der Stadt prangern hier quasi von jeder Hausmauer. Sie erinnern an Meistertitel und Legenden. Die BVB-Hymne "Am Borsigplatz geboren" hallt vor jedem Heimspiel durch den SIGNAL IDUNA PARK und ist neben "You'll never walk alone" eines der wichtigsten Vereinslieder. In der Mitte des Max-Michallek-Platz befindet sich ein Bolzplatz, an dem die Stars von morgen an dem Ort heranwachsen können, der als Geburtsstätte des Vereins gilt.
Der Borsigplatz nimmt heute noch nach jedem Gewinn eines Titels eine große Rolle für alle Dortmund-Fans ein. Denn dann zieht ein Auto-Korso durch die Stadt und dreht auch mehrere Runden um den Borsigplatz. Zuletzt war dies nach dem DFB-Pokal-Sieg in der Saison 2016/17 der Fall. 2020/21 holte der BVB noch einmal den Pokal, aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Ausgangssperren musste man aber auf die obligatorischen Feierlichkeiten verzichten. Den letzten Bundesliga-Meistertitel feierten die Schwarz-Gelben hier in der Saison 2011/12.
Auf dem Weg zum SIGNAL IDUNA PARK: Ein Knistern liegt in der Luft

Langsam wird es dunkel in Dortmund. Auch wenn es noch knapp vier Stunden bis zum Anpfiff sind, als wir uns langsam auf den Weg Richtung Stadion machen, ist die positive Anspannung längst zu spüren. Die Bahnen und Busse Richtung Süden der Stadt füllen sich, Gesänge beginnen noch bevor man das Ziel sieht. Rund um das Stadion und auf dem Weg dorthin sammeln sich die Fans - trotz eisiger Temperaturen - in den zahlreichen Pubs und an Imbissständen. Die Luft riecht nach Bratwurst und kaltem Bier. Familien, Freundesgruppen, alteingesessene Anhänger: Alle bewegen sich in dieselbe Richtung, als würde die Stadt selbst einen Strom bilden.
Wir erreichen das Stadion via Westfalenhalle/Messe bzw. Rosenterrassen. Auf dem großen Platz davor sammeln sich bereits zahlreiche BVB-Supporter. Sie trotzen erneut der Kälte. Rund um das Stadion ist an Matchtagen einiges geboten: Die BVB-Fanwelt lädt zum Shoppen ein, das BORUSSEUM liefert eindrucksvolle und interessante Einblicke in die große Geschichte des Vereins und der Biergarten Rote Erde sorgt dafür, dass die Fans sich kulinarisch auf das Spiel einstimmen können - wenige Meter entfernt von jener legendären Spielstätte, wo der BVB von 1937 bis 1974 seine Heimspiele bestritt. In dieser Zeit gewann man dreimal die deutsche Meisterschaft und einmal den Pokal der Pokalsieger. Heute finden dort die Spiele der Frauen-Mannschaft und der U23 statt.
Im Herzen der Arena: Gänsehaut ab der ersten Sekunde

Und dann steht er plötzlich vor einem: der SIGNAL IDUNA PARK. Schon von außen wirkt Deutschlands größtes Fußball-Stadion monumental, mit seinen markanten gelben Pylonen, die in den Himmel ragen. Drinnen wird es überwältigend. 81.365 Zuschauer:innen haben hier Platz. Das Stadion ist so gut wie immer ausverkauft. So auch heute. Die Südtribüne als berühmte „Gelbe Wand“, ein einziger pulsierender Organismus. 25.000 Fans versammeln sich regelmäßig auf der größten Stehplatztribüne Europas, die bereits Minuten vor dem Anpfiff bebt.
bwin als Champion Partner genießt an diesem Abend die Vorzüge der VIP-Räumlichkeiten. Im "Stammtisch"-Bereich haben auf zwei Etagen knapp 800 Unternehmen und ihre Kund:innen Platz. Insgesamt bietet das Stadion neun Hospitality-Bereiche mit verschiedenen Vorteilen an. Business-Partner kommen so voll auf ihre Kosten.
Ein Stadion, eine Stadt, ein Gefühl

An diesem Abend gegen Inter ging es sportlich um viel, emotional aber um noch mehr. Jeder gewonnene Zweikampf wird gefeiert, jede gelungene Aktion mit einem kollektiven Raunen begleitet. Man spürt, dass hier nicht nur Punkte auf dem Spiel stehen, sondern Stolz, Anspruch und europäische Nächte, die in Dortmund seit Jahren einen besonderen Klang haben.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass ein Matchday beim BVB kein bloßer Stadionbesuch ist. Es ist eine Erfahrung, die am Hauptbahnhof beginnt, über die Innenstadt und den Borsigplatz führt und im Stadion ihren Höhepunkt findet. Dortmund mag im Alltag rau wirken, vielleicht sogar unscheinbar. Doch wenn Flutlicht auf Schwarzgelb trifft, zeigt die Stadt ihr wahres Gesicht - leidenschaftlich, laut und voller Herz.








