US-Sport: Deutsche Legenden im Land der Träume

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In den vergangenen Jahren erlebten die Ligen des US-Sport in Deutschland einen steilen Aufstieg. Die gewachsene Beliebtheit und Aufmerksamkeit ging einher mit neuen sportlichen Erfolgen deutscher Spieler. Vor einigen Jahren gewann Dirk Nowitzki in der NBA den Titel, nun dreht Leon Draisaitl die NHL auf links. Dazu wächste die Zahl der NFL-Fans rasant. Grund genug, uns anzusehen, welche deutschen Sportler in den USA zur Legende wurden oder auf dem bestem Weg dorthin sind.

In der NFL, NBA und NHL stehen oder standen in der abgelaufenen Saison insgesamt 22 deutsche Spieler unter Vertrag, dazu reiht sich Max Kepler als einziger deutscher Baseballspieler in der MLB ein. Das Gros der Akteure stellt die NHL. Das deutsche Eishockey erlebt einen Aufschwung, neben den Erfolgen der Nationalmannschaft zeigt das auch die Anzahl der deutschen Akteure (10). Im Basketball ist es ähnlich. Das DEB-Team gewann im vergangenen Jahr EM-Bronze, zudem stehen gleich 6 Korbjäger in der besten Basketball-Liga der Welt unter Vertrag. Zudem boomt die NFL in Deutschland wie noch nie. Auch ein Grund: Gleich 6 Spieler mit deutschem Hintergrund liefen in der abgelaufenen Saison in der National Football League auf. Dagegen wir das Thema Baseball eher stiefmütterlich behandelt. In der MLB ist Max Kepler erst der 2. Deutsche überhaupt.

8 Deutsche holten einen Titel im US-Sport

Auch wenn sich schon viele Deutsche in Nordamerika versuchten, einen Titel haben bislang nur 8 Spieler gewonnen. An den allerersten Titelträger erinnern sich in Deutschland aber nur wenige. Markus Koch wurde in Deutschland geboren, wanderte aber schon im Alter von 4 Jahren in die USA aus. In der NFL machte er 68 Spiele für die damaligen Washington Redskins – und siegte im Super Bowl in den Jahren 1988 und 1992.

Bis zum Jahr 2011 waren Koch und Eishockey-Legende Uwe Krupp die beiden einzigen Deutschen, die in den USA den Gewinn einer Meisterschaft in ihrer Sportart feiern konnten (siehe Grafik). Krupp gewann 2 Mal den Stanley Cup (1996 und 2002), erst mit Dennis Seidenberg (Stanley Cup 2011) wurde das Duo zum Trio. Seidenberg läutete eine bis heute andauerende deutsche Erfolgsgeschichte im US-Sport ein. Dirk Nowitzki ist nicht nur wegen der Championship im Jahr 2011 mit den Dallas Mavericks in der NBA eine lebende Legende. Sebastian Vollmer gewann in den 2010er-Jahren mit den New England Patriots an der Seite von Tom Brady gleich 2 Mal den Super Bowl und in der NHL holten allein in den Jahren von 2016 bis 2022 mit Tom Kühnhackl, Philipp Grubauer und Nico Sturm gleich 3 Kufencracks 4 Stanley Cups.

NFL: Amon-Ra St. Brown ist auf dem Weg zum Superstar

Innerhalb von 6 Spielzeiten absolvierte der bereits erwähnte Vollmer 88 Spiele in der NFL (alle Wetten zur NFL). Auf der Position des Offensive Tackle war er einer der Beschützer der Pocket von Quarterback Tom Brady. Von den Patriots in der 2. Runde des Drafts auserwählt, wurde der aus der Nähe von Düsseldorf stammende Vollmer zu einem Leistungsträger der Organisation. Verletzungsbedingt absolvierte er in der Spielzeit 2016 aber kein Spiel mehr für die Patriots und wurde schließlich Free Agent. Ein neues Team fand Vollmer nach einer Schulter-Operation und anhaltenden Hüftproblemen im Anschluss aber nicht mehr.

Mittlerweile hat Deutschland in der NFL aber ein neues, ganz heißes Eisen im Feuer. Amon-Ra St. Brown sorgt bei den Detroit Lions regelmäßig für Furore und polierte seinen Ruf in den USA in nur 2 Jahren gehörig auf. Ganze 196 Receiptions gelangen dem Sohn einer Leverkusenerin in seinen ersten 2 Spielzeiten. Damit teilt er sich mit 3 weiteren Spielern Rang 1 in der NFL-Geschichte für die meisten Passannahmen in den ersten 2 Saison eines Akteurs. St. Brown lässt die Herzen vieler Experten höher schlagen, sein Trainer bei den Lions sagt über ihn: „Er ist besser als Gold.“ Schon in seiner Debütsaison war er mit 90 Receiptions und 912 Yards der beste Rookie in der Historie der Lions. Dazu kam er in 6 Spielen in Serie auf mindestens 8 gefangene Pässe und knackte damit den Rekord von Calvin Johnson, einer echten Lions-Legende und Mitglied der Hall of Fame. Die famosen Zahlen seiner ersten Saison toppte er in der abgelaufenen Spielzeit mit 106 Receiptions für 1161 Yards und 11 Touchdowns ein weiteres Mal.

NBA: Schrempf der Vorreiter, Nowitzki der MVP

Momentan tummeln sich einige Deutsche in der NBA (alle Wetten zur NBA). Mit Daniel Theis stand vor einem Jahr sogar der 3. Deutsche nach Detlef Schrempf und Dirk Nowitzki in den NBA Finals, zog mit den Boston Celtics gegen die Golden State Warriors aber den Kürzeren. Neben Theis haben sich auch Dennis Schröder (Los Angeles Lakers), Maxi Kleber (Dallas Mavericks) und die Wagner-Brüder Moritz und Franz (beide Orlando Magic) in der NBA etabliert, an die Erfolge der 2 besten deutschen Basketballer im US-Sport reichen ihre Leistungen aber nicht heran.

Allen voran Dirk Nowitzki erspielte sich einen Platz in den Geschichtsbüchern der NBA. Der „große Blonde“ aus Würzburg, von us-amerikanischen Journalisten schnell auf den Namen „German Wunderkind“ getauft, holte im Jahr 2011 mit den Dallas Mavericks den NBA-Titel nach Texas. Dank seiner überragenden Leistungen wurde er zum Finals-MVP gewählt und stellte somit auch LeBron James, damals bei den Miami Heat, im direkten Duell in den Schatten. Ganze 21 Spielzeiten spielte Nowitzki für die Mavs, in Dallas hat er mittlerweile seine eigene Statue.

Den Weg nicht nur für Nowitzki, sondern für viele Europäer in die NBA, ebnete hingegen Detlef Schrempf. Der gebürtige Leverkusener spielte von 1985 bis 2001 ganze 16 Jahre in Nordamerika. Im Jahr 1996 verlor er mit den Seattle Supersonics in den Finals gegen die Chicago Bulls mit keinem Geringeren als Michael Jordan. Insgesamt wurde Schrempf 3 Mal ins All-Star-Team gewählt und war der erste Europäer, der in der NBA die Schallmauer von 15.000 Punkten durchbrach.

NHL: Draisaitl gehört zu den Besten

Das, was Nowitzki lange Zeit in der NBA war, ist aktuell Leon Draisaitl in der NHL (alle Wetten zur NHL). Der Center überragt bei den Edmonton Oilers Spiel für Spiel und durchbrach vor Kurzem die Schallmauer von 700 Punkten. In der laufenden Saison ist Draisaitl der zweitbeste Scorer der gesamten Liga. Ein Stanley Cup war ihm noch nicht vergönnt, dennoch häufen sich aufgrund seiner Leistungen die inidviduellen Auszeichnungen. In der Saison 2019/20 war er Topscorer der NHL und gewann als erster Deutscher die Art Ross Trophy, dazu erhielt er die Hart Memorial Trophy sowie den Ted Lindsay Award als Most Valuable Player der Liga, gewählt sowohl von Spielern als auch von Journalisten.

Draisaitl ragt in allen Belangen heraus, aber auch dahinter schreiben viele Deutsche positive Schlagzeilen. Mit Tim Stützle (Ottawa Senators) und Moritz Seider (Detroit Red Wings) sorgen 2 echte Supertalente für Furore, gleich 10 deutsche Spieler stehen in der Saison 2022/23 bei Teams aus der NHL unter Vertrag (Übersicht: alle Deutschen in der NHL). Entscheiden sich einige für einen Einsatz im Nationalteam, lässt das auch für die anstehende Eishockey-WM in Finnland und Lettland hoffen (12.-28.5.).

MLB: Erst Lutz, dann Kepler auf weiter Flur

Baseball ist in Deutschland kein großes Thema, kaum einer kennt überhaupt die Regeln des Spiels. Wenig verwunderlich, dass die MLB bislang auch noch ein seltenes Ziel für deutsche Spieler war. Donald Lutz machte bei den Cincinnati Reds im Jahr 2013 den Anfang, wurde aber nur sporadisch eingesetzt und nach 8 Spielen wieder entlassen. Erfolgreicher ist Max Kepler. Im Jahr 2015 kam er als eines der größten europäischen Talente erstmals für die Minnesota Twins zum Einsatz, mittlerweile hat er sich auf der Position des Outfielders zu einer festen Größe in der MLB entwickelt, mittlerweile kam er 837 Mal zum Einsatz, kann aber (noch) keine individuellen Auszeichnungen oder mannschaftlichen Erfolge vorweisen.

*Stand 28.02.2023

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